Mark Ritter leitet als Geschäftsführer den Aufbau von eXp Realty in Deutschland – einem Maklermodell, das selbstständigen Immobilienprofis die Technologie und Reichweite eines internationalen Unternehmens zur Verfügung stellt, ohne sie in ein starres System zu zwingen. Im Interview spricht er über Führung, die auf Vertrauen statt Kontrolle setzt, darüber, warum er den Austausch im IVD-Netzwerk schätzt, auch mit Kolleg:innen, die andere Wege gehen als er selbst, und darüber, was Berufseinsteiger:innen in der Immobilienbranche wirklich weiterbringt.
1. Was machen Sie genau – und was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?
Ich bin Geschäftsführer bei eXp Germany. Im Kern geht es bei meiner Arbeit aber um mehr als Immobilienvermittlung. Wir bauen in Deutschland ein Maklermodell auf, das selbstständigen Immobilienprofis die Infrastruktur, Technologie und internationale Reichweite eines globalen Unternehmens gibt – ohne ihnen ihre unternehmerische Freiheit zu nehmen.
Genau diese Verbindung begeistert mich: Immobilien sind ein sehr persönliches Geschäft, gleichzeitig verändert sich unsere Branche gerade enorm. Technologie, neue Geschäftsmodelle und internationale Vernetzung eröffnen Möglichkeiten, die es so vor einigen Jahren noch nicht gab.
Mich reizt es, diesen Wandel nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten und dabei ein Umfeld aufzubauen, in dem gute Makler langfristig unternehmerisch wachsen können.
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Einen wirklich typischen Arbeitstag gibt es bei mir eigentlich nicht und genau das gefällt mir an meiner Arbeit. Aktuell sind meine Tage stark vom Aufbau von eXp Realty in Deutschland geprägt: Gespräche mit Maklerinnen und Maklern, strategische Themen, Partnerschaften, operative Entscheidungen und natürlich der Austausch mit unseren internationalen Teams.
Dabei versuche ich, trotz voller Kalender möglichst nah an den Menschen zu bleiben. Denn am Ende kann man Strategien am Schreibtisch entwickeln. Ob sie funktionieren, erfährt man aber erst im direkten Austausch mit denjenigen, die täglich mit Kunden und Immobilien arbeiten.
3. Warum sind Sie IVD-Mitglied geworden – und was bringt Ihnen das konkret?
Für mich gehört zu einer professionellen Immobilienbranche auch ein starker Berufsverband. Gerade in einer Zeit, in der sich unser Markt technologisch, regulatorisch und strukturell stark verändert, halte ich den Austausch innerhalb der Branche für enorm wichtig.
Der IVD bringt unterschiedliche Marktteilnehmer zusammen, schafft Zugang zu Fachwissen und Weiterbildung und vertritt die Interessen der Immobilienwirtschaft nach außen. Für mich persönlich ist aber vor allem das Netzwerk wertvoll: der offene Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, auch mit solchen, die in manchen Punkten ganz andere Ansätze verfolgen als wir.
Ich glaube ohnehin, dass unsere Branche davon profitiert, wenn wir weniger übereinander und mehr miteinander sprechen.
4. Was war ein Aha-Moment oder eine Herausforderung, aus der Sie etwas gelernt haben?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse meiner bisherigen Laufbahn ist, dass Wachstum nicht dadurch entsteht, dass man alles selbst kontrolliert. Im Gegenteil: Wirkliches Wachstum beginnt häufig erst dann, wenn man Verantwortung abgibt und anderen Menschen zutraut, ihren eigenen Weg zu gehen.
Gerade in der Immobilienbranche treffen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und Arbeitsweisen aufeinander. Ich habe gelernt, dass gute Führung deshalb nicht bedeutet, jeden in dasselbe System zu pressen. Es geht vielmehr darum, einen klaren Rahmen zu schaffen, die richtigen Werkzeuge bereitzustellen und Menschen dann den Raum zu geben, erfolgreich zu sein.
Das klingt zunächst simpel. In der Praxis ist es wahrscheinlich eine der anspruchsvollsten Lektionen überhaupt.
5. Welchen Tipp würden Sie Kolleg:innen mitgeben, die neu in der Branche sind?
Konzentriert euch am Anfang weniger darauf, möglichst schnell wie ein erfolgreicher Makler auszusehen und mehr darauf, einer zu werden.
Lernt den Markt, versteht eure Kunden, baut echte Beziehungen auf und sucht euch Menschen, von denen ihr lernen könnt. Reputation entsteht in unserer Branche nicht über Nacht. Sie entsteht durch Verlässlichkeit, Fachwissen und dadurch, wie man mit Menschen umgeht. Gerade dann, wenn ein Geschäft einmal nicht zustande kommt.
Mark Ritter
Geschäftsführer eXp Realty Germany GmbH
Markgrafenstr. 33, 10117 Berlin
mark.ritter@exprealty.net | www.expgermany.de
