Weiterbildung 2026: Was bleibt, was fällt – und warum wir jetzt besonders gefordert sind

Dozentin gibt Kurs in Schulungsraum

von Nils Werner

2026 wird ein Schlüsseljahr für Immobilienverwalter und Makler. Nicht nur wegen neuer Marktbedingungen, sondern vor allem wegen der politischen Debatte rund um die geplante Abschaffung der gesetzlichen Weiterbildungsverpflichtung für §34c-Berufe. 

Aber bevor die Branche in Alarmismus oder falsche Sicherheit verfällt, braucht es zweierlei: Die Fakten. Und Einordnung.

Was politisch wirklich Sache ist – und warum noch nichts entschieden ist

Der Referentenentwurf zur Streichung der Weiterbildungsverpflichtung ist kein beschlossenes Gesetz und noch nicht im parlamentarischen Verfahren.
Das bedeutet:

  • Der Weg durch Bundestag und Bundesrat steht erst bevor.
  • Der IVD hat bereits klar und sichtbar Stellung bezogen – gegen die Abschaffung.


Als Berufsverband ist der IVD direkt in die Anhörungen und Stellungnahmeprozesse eingebunden. Und die Position ist eindeutig: Qualität in der Verwaltung und Transaktionsbegleitung von Immobilien braucht verbindliche Standards. Deshalb arbeitet der IVD weiter aktiv daran, die Abschaffung zu verhindern. Es gibt Spielräume, und sie werden genutzt.

Selbst wenn der Entwurf käme: Die Pflicht blieb vermutlich bis 2026 bestehen

Selbst bei einem politischen Durchmarsch — was derzeit nicht sicher ist — würde eine Abschaffung vermutlich frühestens 2027 greifen.

Das heißt:

  • 2025 gilt die Weiterbildungspflicht sicher weiter.
  • 2026 sehr wahrscheinlich ebenfalls.
  • Wer jetzt aussteigt oder pausiert, bringt sich unnötig in Sanktionierungsrisiken.


Auch deshalb rät das IVD-Bildungsinstitut, Weiterbildung nicht auf „Stand-by“ zu schalten, sondern gerade jetzt strukturiert zu planen.

Pflichtschulungen bleiben – auch ohne generelle Weiterbildungspflicht

Selbst ohne gesetzliche Weiterbildungspflicht bleiben mehrere Themen verpflichtend oder haftungsrelevant:

  • Geldwäschegesetz (GwG): Streng, komplex und für Makler nicht verhandelbar.
  • Datenschutz (DSGVO): Fehler können teuer werden.
  • Verbraucher- & Widerrufsrecht: Die Gefahr, nach erbrachter Leistung eine Provision zu verlieren, bleibt und ist immer wieder abhängig von Richterrecht. Die Top-Trainer des IVD-Bildungsinstituts sehen immer die aktuellen Fallstricke.
  • Energie / GEG / Sanierungspflichten: Eigentümer erwarten Orientierung. Die Gesetzgebung bleibt dynamisch.
  • Digitalisierung & KI: 2026 wird das erste Jahr, in dem KI nicht mehr Zusatzwissen, sondern Grundkompetenz wird. Diese Themen sind nicht optional. Sie sind Berufspflicht – unabhängig vom Gesetzgeber.

Warum Weiterbildung jetzt sogar wichtiger wird – die Einschätzung des IVD-Bildungsinstituts

Aus Sicht des Verbandes ist die Diskussion paradox:

Politisch sollen Bürokratie und Zugangshürden abgebaut werden. Praktisch werden die Berufe anspruchsvoller denn je und Verbraucher müssen vor schlechter Beratung und schlechten Dienstleistungen rund um sehr wertvolle Güter geschützt werden.

Die Einschätzung des IVD Bildungsinstituts ist klar: Wenn der Staat Standards abbaut, müssen Profis Standards selbst hochhalten.

Gerade in Märkten wie Berlin und Brandenburg – geprägt von Regulierung, Haftungsrisiken und hohen Kundenerwartungen – wird Weiterbildung zu einem Wettbewerbsfaktor:

  • bessere Einwertungen
  • sichere Vertragsprozesse
  • weniger Fehler und Abmahnrisiken
  • professioneller Einsatz digitaler Tools & KI
  • nachweisbare Qualität gegenüber Eigentümern


Mit anderen Worten:

Wer sich weiterbildet, gewinnt.
Wer es nicht tut, verliert zuerst Kunden – dann Marktanteile.

Worauf Makler und Verwalter 2026 strategisch achten sollten

Damit aus Unsicherheit Klarheit wird, empfiehlt das IVD Bildungsinstitut:

Für Makler

  • Rechts- und Marktupdates
  • GwG-Pflichten
  • Energie & GEG-Basiswissen
  • Digitalisierung & KI im Alltag
  • modernes Preis- und Vertriebswissen

Für Verwalter

  • WEG-Recht & aktuelle Urteile
  • Datenschutz & Haftungsvermeidung
  • Energie, Sanierung & Förderbedingungen
  • Kommunikation mit Beirat & Eigentümern
  • digitale & KI-gestützte Prozessoptimierung

Fazit

Ganz gleich, wie der Gesetzgeber entscheidet: 2026 markiert den Übergang von Pflichtweiterbildung zu Profiweiterbildung.

Die Branche braucht Profis. Die Kunden erwarten Orientierung. Der Markt verlangt Qualität.

Und genau dafür sind wird da:

als Stimme in der Politik und als Bildungsinstitut, das Standards setzt, nicht verwaltet.

Nils Werner

KONTAKT

IVD Berlin-Brandenburg
Geschäftsführer Verband & Bildungsinstitut


Nils Werner
Tel.: +49 (0)30 89 73 53 64
werner@ivd.berlin

Weiterbildung für Immobilienprofis

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